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Ein Zeitzeuge berichtet

Der 84-jährige Zeitzeuge Ernst Grube sprach bei einem Projekttag mit Jugendlichen im Berufsbildungswerk Abensberg über seine Kindheitserlebnisse während der nationalsozialistischen Diktatur.

Ernst Grube, Sohn einer jüdischen Mutter, ist Überlebender des Konzentrationslagers Theresienstadt. Er erzählte den jungen Leuten im B.B.W., wie er schon als kleiner Junge Ausgrenzung und Verachtung erfahren hat. Dass der Vater 1929 eine jüdische Frau heiratete, sei schon damals nicht selbstverständlich gewesen. Die Familie fühlte sich als Deutsche und wollte das Land nicht verlassen. So erinnert sich Grube daran, wie er – den Judenstern auf der Kleidung – auf der Straße angespuckt und angepöbelt wurde.

Als die Familie die eigene Wohnung räumen musste, kamen Ernst Grube und seine zwei Geschwister in ein jüdisches Kinderheim. Dort lebten 46 Kinder auf engstem Raum zusammen. Keine einfache Situation, aber immerhin ein Ort ohne Anfeindungen. Grube hat seine Erinnerungen schon vielen, vielen jungen Menschen erzählt. Das sei mittlerweile Routine, sagt er selbst, aber immer wieder überkämen ihn die Emotionen.

So bleiben seine Erzählungen auch nicht ohne Wirkung auf seine jungen Zuhörer. Sie interessieren sich für den Alltag jüdischer Bürgerinnen und Bürger während des Hitlerregimes, stellen viele Fragen. Ernst Grube ging auf alle Fragen ein. Für ihn ist wichtig, dass junge Menschen intensiv über die Schrecken und Gräuel des Naziregimes erfahren und dass sie eine Verbindung zwischen den Ereignissen damals zu Ereignissen heute knüpfen können. Grube denkt dabei an die vielen Menschen, die auf der Flucht sind und neue Heimat suchen.

Schulleiterin Bettina Fuchs und der stellvertretende Schulleiter Carsten Jelitto dankten Ernst Grube herzlich für seinen Beitrag.

zeitzeugespricht vor publikum

Text und Bild: KJF/BBW