Ein starkes Zeichen - Ein starkes Zeichen - BBW
B.B.W. St. Franziskus Abensberg und Katholische Jugendfürsorge der Diözese Regensburg e. V. unterzeichnen die Charta der Vielfalt:
Ein starkes Zeichen für eine inklusive Arbeits- und Lernkultur
Das B.B.W. St. Franziskus Abensberg (B.B.W.) hat gemeinsam mit seinem Träger, der Katholischen Jugendfürsorge der Diözese Regensburg e. V. (KJF), die Charta der Vielfalt unterzeichnet. Den Anstoß gab das B.B.W. Forschungsprojekt ViGeB*, das die Situation von trans*, inter* und nicht-binären Menschen (TIN*) in Ausbildung und Beruf erforscht und vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) gefördert wird. Das Referat Personalentwicklung der KJF unter der Leitung von Julia Punk hat das Thema ebenfalls auf der Agenda und bereits eine Handreichung erstellt und den Mitarbeitenden der KJF online zur Diskussion gegeben. Damit startet ein spannender Prozess, um Diversität (Vielfalt, Verschiedenheit, Unterschiedlichkeit) in der KJF zu leben.

Bildunterschrift: v.li.: Projektleiterin ViGeB* Hannah Krohn, Leiterin Personalentwicklung der KJF Julia Punk, KJF-Direktor Michael Eibl, Gesamtleiter B.B.W. St. Franziskus Abensberg Frank Baumgartner mit der gezeichneten Charta der Vielfalt (Foto: Thomas Griebenow, B.B.W.)
Was als Forschungsprojekt begann, soll nun auf Grundlage des Leitbilds der KJF in die Dienstgemeinschaft hineinwirken. „Seit vielen Jahren haben wir in unserem Leitbild grundgelegt, was wir heute im Diversity Management wiederfinden. Es heißt darin: Wir sind überzeugt, dass alle Mitarbeitenden der KJF und alle Menschen, die unsere Leistungen in Anspruch nehmen, von gleicher Würde und Wertigkeit sind. Diese Würde sehen wir in jedem Menschen – unabhängig von seiner Behinderung, Lebensgeschichte, Kultur, Religion und Überzeugung.“, sagt Michael Eibl, Direktor der Katholischen Jugendfürsorge der Diözese Regensburg e.V. „Nun wollen wir die Dimensionen eines modernen Diversity Managements noch mehr ins Bewusstsein der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der KJF bringen“, sind sich Michael Eibl und Hans Horn, stellvertretender KJF-Direktor, einig.
Die Charta der Vielfalt ist die größte Arbeitgebendeninitiative zur Förderung von Diversität in der Arbeitswelt. Wer sie unterzeichnet, verpflichtet sich zu einem Umfeld ohne Vorurteile. Alle Beschäftigten sollen Wertschätzung erfahren, unabhängig von Alter, Herkunft, Geschlecht und geschlechtlicher Identität, Fähigkeiten, Religion und Weltanschauung, sexueller Orientierung oder sozialer Herkunft. Über 6.000 Organisationen mit rund 16 Millionen Beschäftigten sind bereits dabei.
Die KJF ist Rechtsträgerin von mehr als 80 Einrichtungen, Diensten und Beratungsstellen in Kinder- und Jugendhilfe, Teilhabe und Rehabilitation. Sie beschäftigt über 4.500 Mitarbeitende und unterstützt jährlich rund 30.000 Menschen. „Bei dieser Größe braucht Vielfalt feste Strukturen sowie inklusive und diskriminierungsfreie Prozesse“, erklärt Julia Punk, Leitung der Personalentwicklung und Entwicklerin des Diversity Managements der KJF.
Das B.B.W. St. Franziskus Abensberg versteht sich als führende Einrichtung der beruflichen und sozialen Rehabilitation in Deutschland und steht für eine offene, wertschätzende und inklusive Arbeits- und Alltagskultur. Das B.B.W. bietet ganzheitliche Förderung in Form von beruflicher Eignungsdiagnostik, vorberuflicher Förderung, Berufsausbildung und Beschulung für junge Menschen mit Behinderungen und Benachteiligungen. Differenzierte Wohnangebote und multiprofessionelle rehapsychologische und fachdienstliche Förderungen sind wesentlicher Bestandteil der Maßnahmen und fördern Stabilisierung und Persönlichkeitsentwicklung. „Unser BBW ist gelebte Vielfalt und ein Ort, an dem sich junge Menschen frei von Vorurteilen und Diskriminierung entwickeln dürfen“, sagt der Gesamtleiter des B.B.W. Frank Baumgartner. „Die Unterzeichnung der Charta der Vielfalt ist ein Ergebnis der Entwicklung der vergangenen Jahre und ein starkes Signal für Verbindlichkeit.“
Seit Januar 2025 wird im B.B.W. St. Franziskus Abensberg das Projekt ViGeB* („Vielfalt fördern: Geschlechterdiversität im Berufsleben“) unter der Projektleitung von Hannah Krohn durchgeführt. Das Projekt erforscht wissenschaftlich, welche Barrieren und Benachteiligungen TIN* Personen in Ausbildung und Arbeit erleben. Es untersucht auch, welchen Einfluss Diagnosen wie Autismus, Depressionen oder Angststörungen haben und welche Unterstützung hilft. Bisher gibt es zu diesen Überschneidungen im Berufsleben kaum Erkenntnisse. Im Mittelpunkt des Projektes stehen deshalb die Befragungen von TIN* Personen. Aus den Ergebnissen sollen praktische Maßnahmen entstehen, die berufliche Teilhabe verbessern und Chancengleichheit stärken. „Bei ViGeB* und auch unseren bisherigen Projekten zu Autismus zeigt sich immer wieder wie wichtig Verständnis, Offenheit und inklusive Strukturen im Arbeitsleben sind, die alle Personen mitdenken. Von diesen Strukturen und Haltungen profitieren alle Mitarbeitenden“, sagt Hannah Krohn, Projektleitung ViGeB*.
Text: Hannah Krohn / Bild: Thomas Griebenow